Österreichische Anpassungsstrategie vom Ministerrat verabschiedet

(17.12.2012) Die österreichische Strategie zur Anpassung an den Klimawandel wurde am 23. Oktober 2012 von der Bundesregierung verabschiedet. Ziel der Strategie ist es, nachteilige Auswirkungen der globalen Erwärmung auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft zu vermeiden und die sich ergebenden Chancen zu nutzen. Sie schafft einen bundesweiten übergeordneten und mit allen Betroffenen abgestimmten Handlungsrahmen, aus dem konkrete Maßnahmen in den unterschiedlichen Bereichen für die nationale und sub-nationale Ebenen abgeleitet werden können. Die Umsetzung der Strategie wird in enger Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern unter Beachtung der entsprechenden Zuständigkeiten erfolgen.

 

Die nun vorliegende Österreichische Anpassungsstrategie gliedert sich in zwei Teile: in ein strategisches Rahmenwerk („Kontext“) und in einen Aktionsplan. Der Kontext behandelt strategische Grundfragen und erklärt die Einbettung der Strategie in den Gesamtzusammenhang. Im Aktionsplan sind konkrete Handlungsempfehlungen zur Umsetzung in den folgenden 14 Aktivitätsfeldern dargestellt: Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Tourismus, Energie (Fokus Elektrizitätswirtschaft), Bauen und Wohnen, Schutz vor Naturgefahren, Katastrophenmanagement, Gesundheit, Ökosysteme/Biodiversität, Verkehrsinfrastruktur, Raumordnung, Wirtschaft/Industrie/Handel und Städte (Fokus urbane Frei- und Grünräume).

 

Der Prozess zur Entwicklung der österreichischen Anpassungsstrategie startete unter Federführung des Lebensministeriums im September 2007. Das Umweltbundesamt, Abteilung Umweltfolgenabschätzung und Klimawandel hat das Lebensministerium bei allen wesentlichen Schritten unterstützt, unter anderem koordinierte es zwischen 2008-2011 den breit angelegten Beteiligungsprozess mit mehr als 100 Institutionen. Im Rahmen dieses Prozesses wurden die Handlungsempfehlungen hinsichtlich der Umsetzung konkretisiert und das breite Wissen sowie die Erfahrungen der in der Umsetzung geforderten AkteurInnen in die Strategie eingebunden.

 

Im Zuge der gemeinsamen Erstellung der Strategie wurde übereinstimmend festgehalten, dass es notwendig und vorteilhaft ist, entscheidende Schritte im Umgang mit dem Klimawandel umgehend zu setzen, da die Möglichkeiten für eine erfolgreiche Anpassung im Laufe der Zeit stetig abnehmen. Zentrale Aussage der gemeinsamen Beratungen war, dass die möglichen Folgen des Klimawandels daher in aktuellen Planungs- und Entscheidungsprozessen mit berücksichtigt werden müssen.

 

Im nächsten Schritt werden nachfolgende Fragen einer vertiefenden Bearbeitung zugeführt bzw. folgende Initiativen gestartet:

  • Wissenschaftlich-ökonomische Evaluierung der Konsequenzen des Klimawandels in Österreich („Kosten des Nichthandelns“ und „Schätzung der Anpassungskosten“) bis Mitte 2015;
  • Entwicklung eines Kriterienkatalogs bis Ende 2013, der es erlaubt, den Erfolg bei der Umsetzung der österreichischen Anpassungsstrategie zu überprüfen und klar darzustellen;
  • Kontakt zu jenen AkteurInnen wieder aufzunehmen, die im Strategieerstellungsprozess aktiv einbezogen waren und ihnen verstärkt die notwendigen nächsten Schritte zur Umsetzung zu vermitteln. Im ersten Schritt wird dabei auf die Bundesländer zugegangen werden.

Zum Thema

Link zur Österreichischen Anpassungsstrategie

Letzte Änderung: 15.05.2013