Ungewissheit gekonnt vermitteln

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(28. Juni 2016) Ungewissheiten begleiten uns täglich: Soll ich in eine andere Stadt umziehen? Den Job wechseln? Ein Kind großziehen? Auch die Wissenschaft wird begleitet von Unsicherheiten. Besonders im Zusammenhang mit dem Klimawandel werden Unsicherheiten gerne als Argument verwendet, um die Klimaforschung zu diskreditieren, anzuzweifeln und politische Antworten hinauszuzögern.

 

 

 

 

 

COIN, eine überparteiliche gemeinnützige Organisation aus Oxford und Europas führender Spezialist zum Thema „Kommunikation über den Klimawandel“ hat nun einen „Praktischen Leitfaden für alle, die über den Klimawandel berichten“ herausgegeben. Der Leitfaden ist auch in deutscher Sprache verfügbar.

 

Die wichtigsten Punkte haben wir hier für Sie zusammengefasst:

  • Richten sie den Fokus auf gesicherte Erkenntnisse und stellen Sie den wissenschaftlichen Konsens deutlich heraus: 97 % der Klimawissenschaftler/-innen und so gut wie alle wissenschaftlichen Studien zum Klimawandel aus der ganzen Welt stimmen der These zu, dass die Menschheit den Klimawandel verursacht und es ernste negative Auswirkungen haben wird, sofern keine Gegenmaßnahmen getroffen werden. Entschuldigen Sie sich nicht für das, was Sie nicht wissen, sondern kommunizieren Sie souverän, was Sie wissen!
  • Achten Sie auf Sprache und Meinung der Zuhörer/-innen: Besonders bei „heißen politischen Eisen“ filtern die Leute wissenschaftliche Fakten passend zu ihren politischen Ansichten. Viele Menschen reagieren positiv auf Werte wie Risikovermeidung, Sicherheit, Schönheit und Erhalt der Natur, Verantwortungsbewusstsein, Widerstandsfähigkeit und Sicherheit.
  • Es geht nicht um das „ob“, sondern um das „wann“: Für den Großteil der Bevölkerung stellt der Klimawandel in fernes Risiko dar, keines im Hier und Jetzt. Es geht jedoch nicht um einen ungewissen Ausgang, sondern um einen ungewissen Zeitpunkt. Bei Formulierungen sollte das berücksichtigt werden.
  • Verlagern Sie den Schwerpunkt von “Ungewissheit” zu “Risiko“: Die meisten Menschen sind es gewohnt, „Risiken“ zu bedenken. Setzen Sie klare und praktische Beispiele ein, um Risiken darzustellen, wie überflutete Ortschaften, zerstörte Ernten oder ein ins Meer versinkendes Gebäude.
  • Erzeugen Sie „Hoffnung“, nicht „Hoffnungslosigkeit“: Es wirkt beruhigender, sich auf Chancen zu konzentrieren, als auf Risiken. Die Handlungsbereitschaft steigt.
  • Erzählen Sie menschliche Geschichten und keine wissenschaftlichen: Die meisten Menschen verstehen die Welt viel besser durch Geschichten und Bilder, als durch Listen, Zahlen, Wahrscheinlichkeitsaussagen und technische Grafiken. Setzen Sie Botschafter/-innen und Fallstudien ein, denn persönliche Geschichten machen wirklich betroffen. Vermitteln Sie greifbare, wenig abstrakte und relevante Botschaften.
Letzte Änderung: 28.06.2016