Nationaler Hochwasserrisikomanagementplan - RMP 2015

  

(4. Mai 2016) Das Ziel des Nationalen Hochwasserrisikomanagementplans (RMP) 2015 ist nachteilige Folgen von Hochwasser auf die menschliche Gesundheit, die Umwelt, das Kulturerbe und die wirtschaftlichen Tätigkeiten zu verringern. Der RMP 2015 ist ein einzugsgebietsbezogenes wasserwirtschaftliches Planungsinstrument und enthält daher die genaue Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken. Die wasserwirtschaftlichen Planungen sind alle sechs Jahre zu wiederholen, d.h. zu überprüfen und erforderlichenfalls zu aktualisieren.

 

 

Die Erstellung des RMP 2015 erfolgte in drei Planungsschritten:

  • Im ersten Schritt wurde für jede Flussgebietseinheit (Donau, Rhein, Elbe) bis Ende 2011 eine vorläufige Bewertung des Hochwasserrisikos vorgenommen und jene Gebiete bestimmt, für die ein potentiell signifikantes Hochwasserrisiko (APSFR - areas of potential significant flood risk) besteht oder für wahrscheinlich gehalten werden kann.
  • Im zweiten Planungsschritt wurde bis Ende 2013 für jene Gebiete Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten erstellt.
  • Als dritter Schritt wurde der erste nationale Hochwasserrisikomanagementplan (RMP 2015) für die Planungsperiode 2016 bis 2021 erstellt.

Der RMP 2015 definiert angemessene Ziele zur Risikoreduktion und legt Maßnahmen sowie deren Rangfolge zur Zielerreichung fest.

 

Ziele zur Risikoreduktion

 

Basierend auf den Handlungsfeldern des Hochwasserrisikokreislaufs (siehe Abbildung) legt der RMP 2015 die folgenden Ziele fest:

  • Vermeidung neuer Risiken vor einem Hochwasserereignis
  • Reduktion bestehender Risiken vor einem Hochwasserereignis
  • Reduktion nachteiliger Folgen während und nach einem Hochwasserereignis
  • Stärkung des Risiko- und Gefahrenbewusstseins
Abbildung: Hochwasserrisikokreislauf, Quelle: BMLFUW, RMP 2015

Maßnahmenkatalog

 

Fachliche Grundlage der integrativen Maßnahmenplanung des RMP 2015 ist der aus 22 Maßnahmentypen bestehende Maßnahmenkatalog. Der Maßnahmenkatalog beinhaltet neben den baulichen Hochwasserschutzmaßnahmen vor allem auch nicht-bauliche Maßnahmen, die den Zielen des Hochwasserrisikomanagements dienen (z.B. Hochwasservorhersage- und Frühwarnsysteme, Verbesserung des Wasserrückhaltes, Flächensicherung und nachhaltige Flächennutzung).

 

Im Zuge der Erstellung des RMP erfolgte für jedes der 391 ausgewiesenen Gebiete mit potentiell signifikantem Hochwasserrisiko (APSFR) eine Auswahl von Maßnahmen. Dabei wurde im Rahmen einer „Statusfestlegung“ die Art des Maßnahmentyps (z.B. „periodische Umsetzung“ oder „in Planung“) berücksichtigt und eine zeitliche Komponente (z.B. „vorgesehene Statusentwicklung im ersten Planungszyklus – bis 2021“) abgebildet. Weiters wurde auf Grundlage des Katalogs eine Priorisierung und Rangfolge bei der Umsetzung der Maßnahmen festgelegt.

 

Evaluierung

 

In einem 6-jährigen Planungszyklus wird die Wirksamkeit der bereits im ersten RMP gesetzten Maßnahmen überprüft und angepasst. Im Rahmen der Evaluierung des RMP 2015 sollen somit Aussagen getroffen werden, wie sich die Anzahl der potentiell betroffenen Bevölkerung, der potentiell betroffenen Landnutzungskategorien und Infrastrukturanlagen in Zusammenschau mit gesetzten Maßnahmen verändert haben. Entsprechende Adaptierungen werden dann im Rahmen des Maßnahmenprogramms RMP 2021 vorgenommen.

 

Auswirkungen des Klimawandels

 

Der Maßnahmenkatalog des ersten Hochwasserrisikomanagementplans (RMP 2015) weist enge Schnittstellen zu Handlungsempfehlungen der österreichischen Klimawandelanpassungsstrategie im Bereich der Wasserwirtschaft sowie dem Schutz vor Naturgefahren auf. Bei der Priorisierung der Maßnahmentypen wird berücksichtigt, ob und inwieweit diese auch die Klimawandelanpassung unterstützen.

 

WISA – Wasser Informationssystem Austria

 

Die Erstellung des RMP 2015 wurde auch durch eine Strategische Umweltprüfung begleitet. Auf der WISA Website sind der RMP 2015, Anlagen zum RMP 2015 sowie der Umweltbericht verfügbar. Weiters können die Maßnahmenprogramme der einzelnen APSFR direkt abgerufen werden.

Letzte Änderung: 03.05.2016