Österreichische Waldstrategie 2020+

© Martin Kraft

(28. Juni 2016) Im Rahmen des 7. Runden Tisches des Österreichischen Walddialogs wurde am 12. Mai 2016 „Die Österreichische Waldstrategie 2020+“ von allen Beteiligten angenommen. Diese Vision für den österreichischen Wald stellt nun die Basis zur Bewältigung anstehender Aufgaben und Herausforderungen dar. Es ist wichtig, heute die richtigen Prioritäten zu setzen und den partnerschaftlichen und verständnisvollen Umgang zwischen allen Nutzer/-innen des Waldes weiter voranzutreiben.

 

Die Waldstrategie 2020+ berücksichtigt aktuelle nationale und internationale Strategien, wie insbesondere die österreichische Anpassungsstrategie. Aktuelle und zukünftige Herausforderungen bilden die Basis für die strategischen Ziele und Stoßrichtungen in den sieben Handlungsfeldern.

 

Die sieben Handlungsfelder sind:

  1. Beitrag der Österreichischen Wälder zum Klimaschutz
  2. Gesundheit und Vitalität der Österreichischen Wälder
  3. Produktivität und wirtschaftliche Aspekte der Österreichischen Wälder
  4. Biologische Vielfalt in Österreichs Wäldern
  5. Schutzfunktionen der Österreichischen Wälder
  6. Gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Aspekte der Österreichischen Wälder
  7. Österreichs internationale Verantwortung für nachhaltige Waldbewirtschaftung

 

Etwa 50 % der Fläche Österreichs ist mit Wald bedeckt. Ca. 300.000 Menschen beziehen ihr Einkommen aus der österreichischen Forst- und Holzwirtschaft. Sie erwirtschaften jährlich einen Produktionswert von rund 12 Mrd. Euro. Damit ist die Forstwirtschaft nach dem Tourismus der zweitwichtigste österreichische Wirtschaftszweig. Gemäß der Waldstrategie ist künftig auf eine forcierte Holznutzung im naturverträglichen Ausmaß zu achten. Denn nur so kann die Lieferung umweltfreundlicher Rohstoffe auch in Zukunft gewährleistet werden.

 

Für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel nimmt der Wald eine Schlüsselrolle ein. Als Kohlenstoffspeicher leistet er einen zentralen Beitrag zum Klimaschutz. Er sichert die Trinkwasserressourcen, sorgt für eine gute Luftqualität und schützt vor Naturgefahren und damit knapp 50 % des Lebens- und Wirtschaftsraumes in Österreich. Diese Schutzfunktionen müssen auch zukünftig erhalten bleiben. Weitere wichtige Kernpunkte der Strategie sind Erhalt und Schutz heimischer Waldbiotope mit ihrer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt. Aber auch für die Menschen soll der Wald als Erholungsraum – im Sinne eines lebenswerten Österreichs – weiterhin zur Verfügung stehen. Naturnahe Verjüngungen und Baumartenzusammensetzung, heterogene Waldstrukturen oder die Förderung natürlicher Selbstregulierungsmechanismen sowie die Strukturvielfalt sind wesentliche Elemente von angepassten und damit klimafitten Wäldern.

Letzte Änderung: 28.06.2016