Klimawandelbedingte Extremwetterereignisse: Fünfzigfacher Anstieg an Todesopfern in Europa befürchtet

© pixabay.com/skeeze, Feuerwehrmann bei der Bekämpfung eines Waldbrandes

(20. Oktober 2017) Eine der größten Gefahren für die menschliche Gesundheit geht im laufenden Jahrhundert vom Klimawandel aus. So lassen sich die Ergebnisse einer aktuellen im „The Lancet“ erschienenen Studie vom Joint Research Centre der Europäischen Kommission auf den Punkt bringen. Denn sollte, wie von den Studienautorinnen und -autoren für ihre Prognose angenommen,  der Ausstoß an Treibhausgasen über die Jahre nicht verringert werden, könnten bis 2100 zwei Drittel der Europäerinnen und Europäer klimabedingten Extremereignissen ausgesetzt sein – und dies jedes Jahr aufs Neue.

 

Die sieben größten Gefahren

 Für ihre Studie haben Giovanni Forzieri und seine Kolleginnen und Kollegen unter anderem 2.300 Berichte aus 28 EU-Ländern plus Norwegen, Island und der Schweiz über die Folgen von Extremwetter im Zeitraum 1981 bis 2010 ausgewertet. Sie fokussierten dabei auf die sieben gefährlichsten Extremwetterereignisse: Hitze- und Kältewellen, Stürme, Waldbrände, Dürren sowie Überschwemmungen an Flüssen und an der Küste.

 

Hitze am Tödlichsten

Als mit Abstand am Gefährlichsten schätzen die Studienautorinnen und -autoren zukünftige Hitzewellen ein, insbesondere in Südeuropa, wo bereits im Referenzzeitraum ein Großteil der 2.700 Hitzetoten pro Jahr registriert wurde. Die Gefahr bei Hitze wird sich unter anderem auch durch die europaweit allgemein zunehmende Verstädterung (Stichwort: „Hitzeinsel“-Effekt) weiter erhöhen. Nicht in der Studie berücksichtigt wurden künftige Möglichkeiten der Milderungen wie bessere medizinische Versorgung, Klimaanlagen und zusätzliche Wärmedämmung an Häusern. Allerdings wurde ebenfalls die prognostizierte Alterung der Gesellschaft außer Acht gelassen. Dieser demographische Trend könne nach Ansicht der Forscherinnen und Forscher die Situation bei Extremwetterereignissen allgemein zusätzlich verschärfen, da ältere Menschen etwa empfindlicher auf extreme Hitze reagieren sowie im Fall von zunehmender Vereinsamung im Alter oftmals auch schwieriger rechtzeitig zu erreichen sind.  

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Letzte Änderung: 20.10.2017