Wie kommt es zur globalen Klimaerwärmung?

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Ein Blick in die Erdgeschichte zeigt, dass natürliche Schwankungen des Klimas immer wieder aufgetreten sind. Die heute beobachtete globale Erwärmung hat es jedoch in der Geschichte zuvor noch nie gegeben. Seit Beginn der Industrialisierung hat sich das Klima stark erwärmt. Erklärbar ist dies nur durch die vom Menschen verursachten Treibhausgase in der Atmosphäre. Die wichtigsten davon sind Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O) und fluorierte Kohlenwasserstoffverbindungen (F-Gase). Durch ihre besonderen Eigenschaften haben sie einen großen Einfluss auf die Energiebilanz der Erde: sie lassen die kurzwellige UV-Strahlung der Sonne ungehindert durch, halten aber die langwellige Infrarot-Strahlung der Erde zurück. Durch diesen natürlichen Treibhauseffekt beträgt die Erdtemperatur im globalen Mittel rund + 15 °C. Ohne die Treibhausgase in der Luft läge die Temperatur bei  - 18 °C und ein Leben auf unserem Planeten wäre nicht möglich.

 

Seit der industriellen Revolution steigt die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre jedoch an und verursacht - zusätzlich zum natürlichen Treibhauseffekt - eine globale Erderwärmung. Besonders die Konzentration von CO2-Äquivalenten stieg von 280 auf 430 ppm (parts per million). Damit wurde die natürliche Schwankungsbreite (180 - 280 ppm) der letzten 800.000 Jahre bei Weitem übertroffen. Einmal freigesetzt, steigen Treibhausgase langsam in der Atmosphäre auf und können über eine lange Zeit wirksam bleiben. Kohlendioxid beispielsweise hat eine Verweildauer von 50 bis 150 Jahren. Der verursachte Ausstoß von Treibhausgasen wirkt demnach über lange Zeiträume und hält die globale Erwärmung am Laufen.  

Wer sind die Verursacher des Klimawandels?

Treibhausgase aus der Nutzung fossiler Energien für Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft, Energie und Industrie sind hauptverantwortlich für die Erderwärmung. Seit Beginn der Industrialisierung nimmt der Ausstoß von Treibhausgasen weltweit stetig zu. 2010 haben sie einen Wert von ca. 49 Gigatonnen CO2Äq/Jahr erreicht (Summe aus CO2 aus der Nutzung fossiler Brennstoffe und industriellen Prozessen, Methan, CO2 aus Forstwirtschaft und anderer Landnutzung, Lachgasen und fluorierten Gasen) (IPCC, 2014).

 

2014 wurden insgesamt 76,3 Mio. Tonnen Treibhausgase emittiert. Gegenüber 2013 bedeutet das eine Abnahme um 4,6 % bzw. 3,7 Mio. Tonnen. Im Vergleich zu 1990 sind die Treibhausgas-Emissionen 2014 um 3,2 % niedriger (Klimaschutzbericht 2016, Umweltbundesamt).

 

Wesentliche Verursacher der österreichischen Treibhausgas-Emissionen inkl. Emissionshandel waren 2014 die Sektoren Energie und Industrie (44,4 %), Verkehr (28,5 %), Landwirtschaft (10,4 %) sowie Gebäude (10,0 %). Diese Sektoren sind für ca. 93,3 % der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich (Klimaschutzbericht 2016, Umweltbundesamt).

Anteil der Sektoren an den Treibhausgas-Emissionen 2014 und Änderung der Emissionen zwischen 1990 und 2014 (Quelle: Umweltbundesamt, Klimaschutzbericht 2016)

Mit dem weltweiten Klimaschutzabkommen wurde 2015 in Paris auf der Weltklimakonferenz (COP 21) ein Wendepunkt eingeläutet. Fast alle Staaten der Welt haben sich darin dazu bekannt, Maßnahmen gegen den Klimawandel zu setzen. Die Hauptziele des Vertrags sind zum einem die Begrenzung der Erderwärmung – sie soll deutlich unter 2 °C, möglichst auf 1,5 °C begrenzt werden - und zum anderen die Hilfe für Entwicklungsländer. Weitere wichtige Ziele sind die schrittweise Dekarbonisierung der Gesellschaft sowie die Erhöhung der Anpassungskapazitäten, die Stärkung der Resilienz und die Reduzierung der Verwundbarkeit der besonders vom Klimawandel betroffenen Länder („Loss and Damage“).

 

Österreich hat den Klimavertrag von Paris im April 2016 in New York unterzeichnet. Der Nationalrat stimmte am 8. Juli 2016 der Ratifikation des Weltklimavertrags von Paris mit breiter Mehrheit zu. Das Abkommen wird dann wirksam, wenn mindestens 55 Staaten den Vertrag ratifizieren.

Letzte Änderung: 09.01.2017