Österreichische Anpassungsstrategie

© BMNT, Cover Anpassungsstrategie

Die am 23. Oktober 2012 vom Ministerrat und am 16. Mai 2013 von der Landeshauptleutekonferenz beschlossene "Österreichische Strategie zur Anpassung an den Klimawandel" wurde im Jahr 2016 auf Basis neuer wissenschaftlicher Ergebnisse, wesentlicher Erkenntnisse aus dem Fortschrittsbericht und entsprechend aktueller politischer Entwicklungen aktualisiert. Die aktuelle Fassung wurde im August 2017 vom Ministerrat verabschiedet und im November 2017 auch von der Landeshauptleutekonferenz zur Kenntnis genommen. Für die Fortschrittsdarstellung wird - in Einklang mit Überlegungen anderer europäischer Staaten und auf Basis der Erfahrungen aus dem ersten Fortschrittsbericht (BMNT, 2015) - ein 5-Jahres-Rhythmus festgelegt. Der 2. Fortschrittsbericht ist dementsprechend für das Jahr 2020 geplant.

 

Ziel der Strategie ist es, nachteilige Auswirkungen der globalen Erwärmung auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft zu vermeiden und sich ergebende Chancen zu nutzen. Sie bildet einen bundesweiten übergeordneten Handlungsrahmen, aus dem konkrete Maßnahmen in unterschiedlichen Bereichen abgeleitet werden können. Die Umsetzung der Strategie erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern.

Inhalte der Strategie

Die Strategie gliedert sich in zwei Teile: Den "Kontext" mit strategischen Prinzipien und grundsätzlichen Informationen und den "Aktionsplan", der für 14 Aktivitätsfelder detaillierte Handlungsempfehlungen enthält.

 

Strategisches Rahmenwerk („Kontext“)

Der Kontext behandelt grundsätzliche Fragen zur Anpassung. Er präsentiert Informationen, die für eine erfolgreiche Anpassung maßgeblich sind: Ziele, Leitgedanken und zu erwartende Klimaänderungen und Auswirkungen für Österreich sowie soziale Aspekte und der globale Kontext. Neben einem Blick auf die internationale und europäische Ebene wird auch der Status-quo der Anpassung in Österreichs Bundesländern dargelegt. Themen, die vor allem für die Umsetzung relevant sind, werden in den Kapiteln „Kriterien für die Priorisierung von Handlungsempfehlungen“, „Offene Forschungsfragen“, „Kommunikation und Bildung“ diskutiert. Ein weiteres Kapitel im Kontext befasst sich mit Good-Practice-Beispielen und soll Betroffene zu eigenverantwortlichen Anpassungsaktivitäten motivieren. Neben dem Ausblick und der weiteren Vorgangsweise wird auch auf den Ressourcenbedarf für die Umsetzung eingegangen.

 

Aktionsplan

Im über 440 Seiten starken Aktionsplan sind 136 konkrete Handlungsempfehlungen zur Anpassung in 14 Aktivitätsfeldern dargestellt. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern nimmt Österreich mit diesem umfangreichen Werk eine Vorreiterrolle ein.

 

Für folgende Sektoren liegen Handlungsempfehlungen vor:

  • Landwirtschaft
  • Forstwirtschaft
  • Wasserhaushalt und Wasserwirtschaft
  • Tourismus
  • Energie – Fokus Energiewirtschaft
  • Bauen und Wohnen
  • Schutz vor Naturgefahren
  • Katastrophenmanagement
  • Gesundheit
  • Ökosysteme / Biodiversität
  • Verkehrsinfrastruktur inklusive Aspekte zur Mobilität
  • Raumordnung
  • Wirtschaft
  • Stadt – urbane Frei- und Grünräume

Umsetzung der Strategie

Die Verabschiedung der Strategie 2012 bildete den Ausgangspunkt für umfangreiche Aktivitäten zur Umsetzung. Die wichtigsten Schritte waren:

  • Umsetzung der "Lernwerkstatt Klimawandelanpassung", bei der 19 Personen aus Österreich zu Klimawandelanpassungsberaterinnen und -beratern ausgebildet wurden
  • Förderung von KLAR!-Regionen (Klimawandelanpassungs-Modellregionen) ab 2017 durch den Klima- und Energiefonds
  • Veröffentlichung der Broschüre „Klimawandel – Was tun?“ mit Tipps und Ratschlägen für die Bevölkerung (BMLFUW 2014).
  • Erstellung eines Konzeptes für die Darstellung des Fortschritts der Umsetzung der österreichischen Anpassungsstrategie. Entwicklung und Veröffentlichung (2014) eines methodischen Ansatzes für ein Monitoring & Evaluierung unter Einbindung fachlicher Expertise und von Personen aus der Verwaltung.
  • Fortschrittsbericht - Status-quo der Anpassung in Österreich: Der Bericht wurde am 29. September 2015 im Ministerrat verabschiedet und am 11. Mai 2016 von der Landeshauptleutekonferenz zur Kenntnis genommen.
  • Studie zur groben Erstschätzung der „Kosten des Nichthandelns“, die durch den Klimawandel in Österreich erwartet werden können: Gegenstand des Projektes war es, potentielle Schadenskosten bzw. allenfalls auch den ökonomisch evaluierbaren Nutzen aufgrund des Klimawandels, die sich ohne weitere konsequente und aktive Anpassung an den Klimawandel ergeben werden, abzuschätzen. Die Ergebnisse dieses vom Klima- und Energiefonds finanzierten Projekts COIN (Cost of Inaction– Assessing Costs of Climate Change for Austria) wurden im Jänner 2015 der Öffentlichkeit präsentiert.
  • Dialogveranstaltungen auf regionaler Ebene, Herbst 2016 bis Juni 2017: Dadurch wurden Entscheidungstragende auf kommunaler Ebene stärker eingebunden und das Thema auf regionaler Ebene positioniert.

Zum Thema

Daten

BMNT: Informationen zur Österreichischen Strategie zur Anpassung an den Klimawandel

BMNT: Österreichische Strategie zur Anpassung an den Klimawandel, Teil 1 - Kontext

BMNT: Österreichische Strategie zur Anpassung an den Klimawandel, Teil 2 - Aktionsplan

 

Archiv:

"Anpassungsstudie": Ist-Stand-Erhebung zur Anpassung an den Klimawandel in Österreich (2008) [PDF]

Haas et al. 2008: Identifikation von Handlungsempfehlungen zur Anpassung an den Klimawandel in Österreich: 1. Phase, 2008

Haas et al. 2010: Handlungsempfehlungen zur Anpassung an den Klimawandel in Österreich. Aktivitätsfeld Bauen und Wohnen und Schutz vor Naturgefahren.

Haas et al. 2010: Handlungsempfehlungen zur Anpassung an den Klimawandel in Österreich. Aktivitätsfelder Gesundheit, Natürliche Ökosysteme/Biodiversität und Verkehrsinfrastruktur.

Schöner, W., Böhm, R., Haslinger, K., Blöschl, G., Merz, R., Blaschke, A. P., Viglione, A., Parajka, J., Kroiß, H., Kreuzinger, N., Hörhan, T. (2010): Anpassungsstrategien an den Klimawandel für Österreichs Wasserwirtschaft. Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Wien.

Kranzl, L.; Haas, R.; Kalt, G.; Müller, A.; Nakicenovic, N.; Redl, C.; Formayer, H.; Haas, P.; Lexer, M.J.; Seidl, R.; Schorghuber, S.; Nachtnebel, H.P. & Stanzel, P. (2010): KlimAdapt - Ableitung von prioritären Maßnahmen zur Adaption des Energiesystems an den Klimawandel. Endbericht. Gefördert durch den Klima- und Energiefonds (Energie der Zukunft).

Umweltbundesamt (2010): Klimawandelanpassung in Österreich. Ergebnisse der Internet-Befragung im Rahmen des Beteiligungsprozesses zur Begleitung und Unterstützung der Erstellung der österreichischen Strategie zur Klimawandelanpassung. REP-0266. Wien. [PDF]

 

Newsletterarchiv

Österreich setzt das Pariser Klimaschutzabkommen um (06/2016)

Der Österreichische Klimatag – eine Institution für Vernetzung und Austausch (05/2016)

Erster Fortschrittsbericht zur Klimawandelanpassung (12/2015)

Klima- und Energiepaket 2030 (12/2014)

Konzept für die Fortschrittsdarstellung (07/2014)

Aktuelles zur österreichischen Anpassungsstrategie (04/2014)

Anpassung an den Klimawandel im Regierungsprogramm 2013-2018 (04/2014)

Nationale Anpassungsstrategie vom Ministerrat verabschiedet (12/2012)

Klimaschutzgesetz im Nationalrat beschlossen (12/2011)

Österreichische Strategie zur Anpassung an den Klimawandel (12/2011)

Zweite Version des Policy Papers veröffentlicht (2011) (02/2011)

Letzte Änderung: 25.04.2018