Wie sich das Klima Ihrer Gemeinde verändert

Wie entwickelt sich das Klima in Ihrer Gemeinde, wenn das Pariser Abkommen eingehalten wird? Und wie, wenn nicht? Gemeinsam mit der Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG) hat die Rechercheplattform Addendum für jede einzelne Gemeinde in Österreich die Temperaturveränderungen der Vergangenheit grafisch aufbereitet und mit Prognosen für die Zukunft ergänzt.

Der Klimawandel hat in Österreich bereits deutliche Auswirkungen. Wien wird voraussichtlich bis 2050 Temperaturen haben wie in Rom, London wird klimatisch vergleichbar mit Barcelona sein. Gemeinden und Städte müssen daher bei langfristigen Planungen die Veränderungen des Klimas mitberücksichtigen. Abhilfe schafft hier das Projekt der Rechercheplattform Addendum, wo Klimadaten für jede Stadt und Gemeinde einfach per Knopfdruck abrufbar sind.

Dabei kann sich der Nutzer ansehen, wie sich das Klima in der jeweiligen Gemeinde bzw. Stadt entwickelt hat und wie es sich in den kommenden Jahrzehnten — abhängig von den Bemühungen im Klimaschutz — entwickeln wird. Dadurch, dass viele Entscheidungen in einer Gemeinde von den klimatischen Bedingungen abhängen, ermöglicht dieses Projekt eine große Unterstützung bei der Planung.

Die Abbildungen zeigen Temperaturveränderungen in Wien: Verteilung der durchschnittlichen Tageshöchstwerte in den Sommermonaten 1971–2000 im Vergleich zu 2008–2018; Quelle: © Addendum/ZAMG/CCCA.

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), das Grazer Wegener Center für Klima und globalen Wandel sowie die Universität Salzburg haben mithilfe der klimabezogenen Daten berechnet, wie sich die wichtigsten Klimaindizes verändern. Ersichtlich wird, wie sich die Höchsttemperaturen von 2008 bis 2018 im Vergleich zur Referenzperiode 1971- bis 2000 verändert haben. Darüber hinaus sind für jede Gemeinde Klimaszenarien für die nahe Zukunft (bis 2050) sowie für die ferne Zukunft (bis 2100) aufbereitet: Szenarien mit gleichbleibenden Treibhausgasemissionen (d.h. +4,5°C-Szenario) sowie ein Szenario mit Einhaltung der Klimaziele (+1,3° C). Auch wird darüber informiert, welche gesundheitlichen Folgen diese Veränderungen nach sich ziehen. Zu dieser Frage hat das „Austrian Panel on Climate Change“ veröffentlicht, dass selbst ein moderater Temperaturanstieg mit einer erhöhten Sterblichkeitsrate verbunden ist, wobei hier vor Allem Ältere und Kinder, sowie Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefährdet sind.

Das Projekt zeigt ausführlich, dass in jeder Gemeinde und in jeder Stadt Österreichs der Klimawandel angekommen ist und massive Veränderungen mit sich bringt. Folgen wie vermehrt auftretende Hitze und Dürreperioden, schmelzende Gletscher und zunehmende Starkniederschläge sowie Änderungen in der Vegetationsperiode sind bereits spürbar. Deutliche Effekte zeigen sich für die Periode nach 2071, wo mit einer hohen Zunahme an Hitzetagen, vor allem im städtischen Bereich, zu rechnen ist. Anschaulich wird dies durch untenstehende Grafiken. Diese zeigen deutlich die Zunahme der Hitzetage für den Zeitraum von 2071 bis 2100 nach einem Business-as-usual-Szenario (+4,5 °C), und nach dem Paris-Szenario (1,3 °C). Je heller, desto geringer, je dunkler, desto höher der Anstieg. (CM, Oktober 2019)

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